{"id":3888,"date":"2018-04-20T10:02:51","date_gmt":"2018-04-20T08:02:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.samita.be\/?p=3888"},"modified":"2018-04-20T18:55:38","modified_gmt":"2018-04-20T16:55:38","slug":"the-dhamma-in-ones-own-language","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.samita.be\/de\/2018\/04\/20\/the-dhamma-in-ones-own-language\/","title":{"rendered":"De Dhamma in deiner Sprooch"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<h3>Es Metta-Sutta<\/h3>\n<p>Was de Buddha iwwer die Liebe gesad hat<\/p>\n<p><em>(off Saarl\u00e4ndisch)<\/em><\/p>\n<blockquote><p>Das do soll ma mache,<br \/>\nwemma verstann hat, was gudd is,<br \/>\nun wemma de W\u00e4\u00e4 zum Friede kennt:<br \/>\nMa soll wisse, wie ma ebbes anpackt, un soll offrichtig sin,<br \/>\nsoll grad eraus und sanft schw\u00e4tze,<br \/>\nsoll bescheiden sin un net engebillt,<br \/>\nzufriede un leicht froh se mache,<br \/>\nsoll sich net zuviel Pflichte offlade un von gen\u00fcgsamer Art sin.<br \/>\nFriedlich un ruhig soll ma sin, un weise un geschickt,<br \/>\nnet stolz oder fordernd.<br \/>\nMa soll aach net es Kl\u00e4nschde mache,<br \/>\nwas weise Mensche tadele w\u00fcrde.<br \/>\nMa soll w\u00fcnsche: Froh un in Sicherheit solle se sin\u2015<br \/>\ndass doch alle L\u00e4wewese glicklich w\u00e4re!<br \/>\nWas es aach fer L\u00e4wewese g\u00e4bt:<br \/>\nOb se stark sin oder schwach, kens werd ausgelosst,<br \/>\ndie gro\u00dfe un m\u00e4chdische, die mittlere, die korze oder kl\u00e4ne,<br \/>\ndie wo ma sien kann un die unsichtbare,<br \/>\ndie wo nah un die wo weit ewegg l\u00e4we,<br \/>\ndie wo schon gebor sin un die wo of e Geburt zusteiere\u2015<br \/>\ndass doch alle L\u00e4wewese glicklich w\u00e4re!<br \/>\nNimmand soll jemand anneres hinergehn<br \/>\noder irgend e L\u00e4wewese in irgend \u00e4nem Zustand verachde.<br \/>\nNimmand soll aus \u00c4rjer oder Unwille<br \/>\nannere Schade w\u00fcnsche.<br \/>\nSo wie e Mudder ihr Kind,<br \/>\nihr \u00e4nzisches Kind mit ihrem L\u00e4we besch\u00fctzt,<br \/>\nso soll ma mit eme grenzelose Herz<br \/>\nalle L\u00e4wewese umfasse;<br \/>\nma soll Freindlichk\u00e4t iwwer die ganz Welt ausstrahle:<br \/>\nno owwe zum Himmel,<br \/>\nno unne in die Tiefe,<br \/>\nun ganz ronderum ohne Grenze,<br \/>\nfrei von Hass oder Unwille.<br \/>\nOb ma steht oder geht, sitzt oder leit,<br \/>\nsolang ma net schl\u00e4frig is,<br \/>\nsoll ma das in Erinnerung behalle.<br \/>\nEs heischt, das w\u00e4r e erhabenes L\u00e4we.<br \/>\nWemma sich net an falsche Vorstellunge klammert,<br \/>\ne reines Herz hat un klar sieht,<br \/>\nwemma dezu von sinnlichem Verlange frei is,<br \/>\nwerd ma nimmeh in der do Welt gebor.<\/p>\n<p><em>\u2014Sutta Nipata 1.8<\/em><\/p><\/blockquote>\n<hr \/>\n<p>Die Arbeit an dieser \u00dcbersetzung hatte f\u00fcr mich eine unerwartete Wirkung: Ich hatte das Gef\u00fchl, dass dieser Text mich auf einer viel tieferen Ebene ber\u00fchrt als in jeder anderen Sprache, in der ich ihn bisher gelesen habe. Saarl\u00e4ndisch war meine allererste Sprache, wirklich die Muttersprache, mit der ich gro\u00df geworden bin. Und sie erreicht den emotionalen Teil meines Seins viel tiefer als alles andere. Beim lauten Lesen meiner \u00dcbersetzung hatte ich das Gef\u00fchl: so kann ich ganz nat\u00fcrlich die Bedeutung dieses Textes verstehen. Und damit kann ich nur allzu gut nachvollziehen, weshalb der Buddha die Menschen aufgefordert hat, den Dhamma in ihrer eigenen Sprache zu lernen!<\/p>\n<p>Deshalb: Ganz herzlichen Dank, Ayya Vimala, f\u00fcr diese Anregung!*<\/p>\n<p><em>(*Diese \u00dcbersetzung wurde als Reaktion auf <a href=\"https:\/\/discourse.suttacentral.net\/t\/metta-sutta-translation-challenge\/9216?u=sabbamitta\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diese Aufforderung<\/a>\u00a0angefertigt.)<\/em><\/p>\n<p>Saarl\u00e4ndisch ist eine gesprochene Sprache, keine Schriftsprache. Sobald wir zur Schule gehen und schreiben lernen, versuchen sie als Erstes, uns richtiges, &#8218;ordentliches&#8216; Deutsch beizubringen\u2014ich sage &#8218;versuchen&#8216;, denn die wenigsten Saarl\u00e4nder schaffen es, jemals im Leben ordentliches Deutsch zu lernen. Selbst Erich Honecker, Staatschef der DDR, war durch seine Aussprache immer als Saarl\u00e4nder zu erkennen (nicht dass wir auf ihn besonders stolz gewesen w\u00e4ren&#8230; ).<\/p>\n<p>Als gesprochene Sprache gibt es f\u00fcr Saarl\u00e4ndisch keine offizielle Rechtschreibung. Es gibt tats\u00e4chlich ein paar Autoren, die in den zur\u00fcckliegenden Jahrzehnten angefangen haben, auf Saarl\u00e4ndisch zu schreiben; aber die ersten Texte, die ver\u00f6ffentlicht wurden, waren mehr oder weniger Scherztexte, kleine B\u00fcchlein etwa, in denen die Besonderheiten der Sprache beschrieben werden, die anderen Deutschen seltsam oder witzig vorkommen. Es gibt aber auch ein paar ernsthaftere Verfasser, die allerdings vom Publikum wohl nicht allzu ernst genommen werden, das hei\u00dft ihre Leserschaft ist begrenzt. Ich habe diese Literatur nicht regelm\u00e4\u00dfig verfolgt, so dass ich nicht im Bild bin, inwiefern es \u00dcbereink\u00fcnfte zur Rechtschreibung gibt.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund war es keine leichte Aufgabe, das Metta-Sutta ins Saarl\u00e4ndische zu \u00fcbersetzen. Vor allem musste ich von dem Gedanken wegkommen, dass ich in eine Scherzsprache \u00fcbersetze. Manche Autoren, die saarl\u00e4ndische Scherzb\u00fccher schreiben, scheinen eine Art Wettbewerb zu betreiben, wer sich die verr\u00fccktesten Schreibweisen ausdenken kann (so dass es am Ende kaum noch m\u00f6glich ist, herauszufinden, wie das Wort denn nun ausgesprochen werden soll); in dieser Hinsicht habe ich einen Kompromiss versucht: Zugunsten der Lesbarkeit habe ich darauf verzichtet, jeden feinen Unterschied in der Aussprache zwischen Deutsch und Saarl\u00e4ndisch abzubilden.<\/p>\n<p>Die Arbeit an diesem Text wirft f\u00fcr mich ein v\u00f6llig neues Licht auf diese meine Muttersprache: Gew\u00f6hnlich wird sie ein bisschen so angesehen, als ob sie f\u00fcr die wirklich wichtigen Dinge im Leben nicht taugen w\u00fcrde; als ob sie nur f\u00fcr Witze und f\u00fcr Kinderkram gut sei. Mit einer \u00dcbersetzung des Metta-Sutta ins Saarl\u00e4ndische, wie ich sie hier vorstelle, gewinnt die Sprache f\u00fcr mich einen ganz neuen Wert. Als ich mir meine \u00dcbersetzung laut vorgelesen habe, kam mir der Gedanke, dass damit selbst meine Mutter auch einen kleinen Funken vom Dhamma verstehen k\u00f6nnte&#8230; wer wei\u00df!<\/p>\n<p>M\u00f6ge diese \u00dcbersetzung f\u00fcr viele Wesen von Nutzen sein!<\/p>\n<p>Ich f\u00fcge noch eine Tonaufnahme bei, um die Aussprache nachvollziehbar zu machen:<\/p>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-3888-2\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"https:\/\/www.samita.be\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/metta-saar.mp3?_=2\" \/><a href=\"https:\/\/www.samita.be\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/metta-saar.mp3\">https:\/\/www.samita.be\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/metta-saar.mp3<\/a><\/audio>\n<p><em>(von Anagarika Sabbamitta)<\/em><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es Metta-Sutta Was de Buddha iwwer die Liebe gesad hat (off Saarl\u00e4ndisch) Das do soll ma mache, wemma verstann hat, was gudd is, un wemma de W\u00e4\u00e4 zum Friede kennt: Ma soll wisse, wie ma ebbes anpackt, un soll offrichtig&#8230;<br \/><a class=\"read-more-button\" href=\"https:\/\/www.samita.be\/de\/2018\/04\/20\/the-dhamma-in-ones-own-language\/\">Mehr Lesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-3888","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.samita.be\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3888","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.samita.be\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.samita.be\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.samita.be\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.samita.be\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3888"}],"version-history":[{"count":50,"href":"https:\/\/www.samita.be\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3888\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3941,"href":"https:\/\/www.samita.be\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3888\/revisions\/3941"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.samita.be\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3888"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.samita.be\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3888"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.samita.be\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3888"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}