{"id":4251,"date":"2018-07-09T19:20:00","date_gmt":"2018-07-09T17:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.samita.be\/?p=4251"},"modified":"2018-07-11T12:37:32","modified_gmt":"2018-07-11T10:37:32","slug":"changing-genders-changing-buddhists","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.samita.be\/de\/2018\/07\/09\/changing-genders-changing-buddhists\/","title":{"rendered":"Geschlechter im Wandel, Buddhisten im Wandel"},"content":{"rendered":"<p><em>(<a href=\"https:\/\/www.samita.be\/en\/2018\/07\/09\/changing-genders-changing-buddhists\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Originalartikel<\/a> von Ayya Vimala, deutsch von Anagarika Sabbamitta)<\/em><\/p>\n<p>Heute Morgen setze ich mich mit meiner Tasse Tee hin und schlage die Zeitung auf. Normalerweise lese ich keine Zeitungen, aber eine Schlagzeile hat meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen: \u201eSind Sie bereit f\u00fcr den empfindsamen Mann?\u201c, mit einer Cartoon-Zeichnung eines Mannes, der seine Sex- und Autozeitschriften wegwirft und ein Heft \u00fcber Meditation in der Hand h\u00e4lt. Eine Tr\u00e4ne flie\u00dft aus seinem Auge. In dem Artikel geht es um den Wandel von Geschlechterrollen in unserer westlichen Gesellschaft. In der gleichen Zeitung steht auch ein Artikel \u00fcber die wachsende Popularit\u00e4t von Frida Kahlo. Die Zeitung schreibt das ihrer Bisexualit\u00e4t zu und der Tatsache, dass sie Geschlechterrollen \u00fcberschreitet.<\/p>\n<p>Vor ein paar Monaten wurde in Belgien ein Gesetz verabschiedet, das es Menschen erlaubt, legal und ohne gro\u00dfen Aufwand ihr Geschlecht zu \u00e4ndern: Man geht zum Rathaus und l\u00e4sst es umschreiben und bezahlt daf\u00fcr eine kleine Verwaltungsgeb\u00fchr. <a href=\"https:\/\/www.independent.co.uk\/news\/world\/europe\/third-gender-netherlands-lgbt-rights-undetermined-dutch-court-a8373571.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ein Richter in den Niederlanden hat k\u00fcrzlich geurteilt, dass ein drittes Geschlecht im Gesetz ber\u00fccksichtigt werden sollte.<\/a> Die Dinge ver\u00e4ndern sich in unserer Welt; die traditionellen sozialen Geschlechterrollen, wie wir sie seit unserer Geburt erlernt haben, ver\u00e4ndern sich.<\/p>\n<p>Was bedeutet das f\u00fcr uns als Buddhisten? Wie arbeiten wir an uns selbst mit Blick auf das Geschlecht, und wie sollten diese ver\u00e4nderten Rahmenbedingungen sich im Sangha auswirken? Zuerst einmal wollen wir beleuchten, was es mit diesem \u201eGeschlecht\u201c tats\u00e4chlich auf sich hat. Wenn wir geboren werden, sind wir entweder m\u00e4nnlich oder weiblich. Oder etwa nicht? Das ist die Annahme, auf der unsere in Bezug auf das Geschlecht zweigeteilte Welt aufbaut. Aber schauen wir uns diese Annahme n\u00e4her an.<\/p>\n<p>Zuallererst m\u00f6chte ich die Terminologie klarstellen: Es gibt einen Unterschied zwischen dem biologischen Geschlecht, sozialen Geschlechterrollen und sexueller Orientierung. Oft werden diese Begriffe ungenau oder als Synonyme benutzt, aber das ist falsch. Obwohl sie etwas miteinander zu tun haben, sind es doch unabh\u00e4ngige Begriffe, und jedes Individuum kann durch eine einzigartige Kombination davon ausgezeichnet sein.<\/p>\n<h2>Terminologie<\/h2>\n<h3>Biologisches Geschlecht<\/h3>\n<p>\u201aGeschlecht\u2018 (engl.: sex) bezieht sich auf die anatomischen und andere biologische Unterschiede zwischen Frauen und M\u00e4nnern, die im Mutterleib festgelegt werden. Die meisten Menschen werden entweder mit m\u00e4nnlichen oder weiblichen Geschlechtsorganen geboren, aber sicher nicht alle. Es gibt auch Zwitter. Heutzutage werden sie h\u00e4ufig nach der Geburt operiert, damit sie in die zweigeteilte Geschlechterwelt hineinpassen.<\/p>\n<p>Dann gibt es auch so etwas wie spontanen Geschlechtswechsel. Das ist eine seltene Erscheinung, die in der Pubert\u00e4t auftreten kann, meistens von m\u00e4nnlich zu weiblich. Wissenschaftlich ist dieser Vorgang noch nicht verstanden. (Salt, 2007)<\/p>\n<h3>Soziale Geschlechterrollen<\/h3>\n<p>\u201aGeschlechterrolle\u2018 (engl.: gender) ist ein soziales Konzept, das soziale und kulturelle Unterschiede bezeichnet, die eine Gesellschaft Menschen auf der Grundlage ihres biologischen Geschlechts zuschreibt. Jede Gesellschaft belegt die Menschen mit Erwartungen, wie sie sich bei ihrem biologischen Geschlecht verhalten und welche Einstellungen sie haben sollten. Das nennen wir Geschlechterrollen. Eine Geschlechterrolle ist also ein soziales Konstrukt. Wie wir als M\u00e4nner oder Frauen denken und uns verhalten, wird nicht von unserem biologischen Geschlecht bestimmt, sondern davon, wie die Gesellschaft uns auf der Grundlage dieses biologischen Geschlechts konditioniert. (Lindsay, 2011)<\/p>\n<h4>Biologische vs. soziale Konditionierung<\/h4>\n<p>Viele Jahre lang wurde dar\u00fcber debattiert, ob Unterschiede im sozialen Geschlecht auf biologische Ursachen zur\u00fcckgehen (Workman &amp; Reader, 2009) oder sozial bedingt sind, oder vielleicht eine Kombination von beidem darstellen. Nat\u00fcrlich gibt es Unterschiede in unseren jeweiligen k\u00f6rperlichen M\u00f6glichkeiten, aber in der heutigen Welt \u00e4ndert sich auch deren Stellenwert. Wir leben nicht mehr in einer Gesellschaft, in der das t\u00e4gliche \u00dcberleben die oberste Aufgabe darstellt. Jede*r hat wohl einzigartige Merkmale und F\u00e4higkeiten, aber diese sind nicht mehr rein \u00fcber unser biologisches Geschlecht definiert. Auch wenn biologische Unterschiede in pr\u00e4historischen Zeiten unsere Geschlechterrollen beeinflusst haben, spielen diese Unterschiede in der heutigen Welt kaum noch eine Rolle. (Hurley, 2007; Buller, 2006; Begley, 2009)<\/p>\n<p>Einige der \u00fcberzeugendsten Belege, die gegen eine rein biologische Pr\u00e4gung von Geschlechterrollen sprechen, stammen von Anthropologen, deren Arbeiten \u00fcber vorindustrielle Gesellschaften bemerkenswerte kulturabh\u00e4ngige Variationen in den sozialen Geschlechterrollen aufzeigen. Diese Abweichungen unterstreichen den kulturellen Einfluss darauf, wie Frauen und M\u00e4nner denken und sich verhalten. (Mead, 1935; Morgan, 1989; Murdock, 1937)<\/p>\n<h3>Geschlechtsidentit\u00e4t<\/h3>\n<p>\u201aGeschlechtsidentit\u00e4t\u2018 beschreibt, wie wir uns in Bezug auf uns selbst f\u00fchlen. Es ist ein mentales Konstrukt, das in den meisten F\u00e4llen, aber nicht in allen, mit der zugeschriebenen Geschlechtsrolle und dem biologischen Geschlecht \u00fcbereinstimmt.<\/p>\n<p>Der Versuch, eine andere Geschlechtsidentit\u00e4t anzunehmen, kann zu Stimmungseinbr\u00fcchen f\u00fchren: einem Zustand, in dem die eigene emotionale und psychologische Identit\u00e4t als m\u00e4nnlich oder weiblich nicht mit dem biologischen Geschlecht \u00fcbereinstimmt. Diese Menschen f\u00fchlen sich buchst\u00e4blich \u201eim falschen K\u00f6rper\u201c (oder f\u00fchlen sich gezwungen, die falsche Geschlechtsrolle zu spielen) und f\u00fchlen sich wohler, wenn sie die Rolle des anderen Geschlechts oder gar keine bestimmte Geschlechtsrolle einnehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Neben den \u00fcblichen Begriffen \u201eMann\u201c und \u201eFrau\u201c gibt es viele Begriffe, die die verschiedenen Arten der Geschlechtsidentit\u00e4t beschreiben. Wenn Sie mehr wissen wollen, finden Sie hier ein kurzes Video mit einer Einf\u00fchrung (auf Englisch):<\/p>\n<div class=\"lyte-wrapper\" title=\"Trans 101 - The Basics\" style=\"width:560px;max-width:100%;margin:5px auto;\"><div class=\"lyMe\" id=\"WYL_-3ZzpTxjgRw\" itemprop=\"video\" itemscope itemtype=\"https:\/\/schema.org\/VideoObject\"><div><meta itemprop=\"thumbnailUrl\" content=\"https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/-3ZzpTxjgRw\/hqdefault.jpg\" \/><meta itemprop=\"embedURL\" content=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/-3ZzpTxjgRw\" \/><meta itemprop=\"duration\" content=\"PT7M49S\" \/><meta itemprop=\"uploadDate\" content=\"2017-03-30T22:55:38Z\" \/><\/div><meta itemprop=\"accessibilityFeature\" content=\"captions\" \/><div id=\"lyte_-3ZzpTxjgRw\" data-src=\"https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/-3ZzpTxjgRw\/hqdefault.jpg\" class=\"pL\"><div class=\"tC\"><div class=\"tT\" itemprop=\"name\">Trans 101 - The Basics<\/div><\/div><div class=\"play\"><\/div><div class=\"ctrl\"><div class=\"Lctrl\"><\/div><div class=\"Rctrl\"><\/div><\/div><\/div><noscript><a href=\"https:\/\/youtu.be\/-3ZzpTxjgRw\" rel=\"nofollow\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i.ytimg.com\/vi\/-3ZzpTxjgRw\/0.jpg\" alt=\"Trans 101 - The Basics\" width=\"560\" height=\"295\" \/><br \/>Dieses Video auf YouTube ansehen<\/a><\/noscript><meta itemprop=\"description\" content=\"Welcome to Trans 101, our brand new series on Gender Diversity! In video one we dive into being Trans, Gender Identity, and what it&#039;s all about! https:\/\/trans101.org.au Created with love by trans youth at Ygender &amp; Minus18! YGENDER Website https:\/\/ygender.org.au Facebook https:\/\/www.facebook.com\/ygender Twitter https:\/\/twitter.com\/ygender Tumblr http:\/\/ygender.tumblr.com MINUS18 Website https:\/\/minus18.org.au Facebook https:\/\/www.facebook.com\/minus18youth Twitter https:\/\/twitter.com\/minus18youth Tumblr http:\/\/minus18.tumblr.com Instagram http:\/\/instagram.com\/minus18youth\"><\/div><\/div><div class=\"lL\" style=\"max-width:100%;width:560px;margin:5px auto;\"><\/div><\/p>\n<h3>Sexuelle Orientierung<\/h3>\n<p>\u201aSexuelle Orientierung\u2018 bezieht sich darauf, welche Art von sexuellen Beziehungen jemand bevorzugt: mit Personen des anderen Geschlechts (Heterosexualit\u00e4t), des eigenen Geschlechts (Homosexualit\u00e4t) oder mit beiden Geschlechtern (Bisexualit\u00e4t).<\/p>\n<h2>Fr\u00fchere Leben<\/h2>\n<p>\u00dcber die Gr\u00fcnde, warum manche Menschen sich anders f\u00fchlen als es die soziale Norm ist, sei es in der Geschlechtsidentit\u00e4t oder der sexuellen Orientierung oder beidem, wurde viel diskutiert, aber es scheint sich um eine \u00e4u\u00dferst komplexe Mischung von biologischen und soziokulturellen Faktoren zu handeln. Was f\u00fcr mich dabei heraussticht ist, dass fr\u00fchere Leben nicht in die Forschung einbezogen wurden. In unseren fr\u00fcheren Leben sind wir alle M\u00e4nner und Frauen gewesen und haben viele soziale Rollen einschlie\u00dflich Geschlechterrollen eingenommen. Die Tatsache, dass wir alle mentale Faktoren aus der Vergangenheit in dieses Leben mitgebracht haben, sollte nicht \u00fcbersehen werden, aber es ist schwer, zu bestimmen, in welchem Ausma\u00df das hier eine Rolle spielt. Durch die Arbeiten von <a href=\"https:\/\/www.near-death.com\/reincarnation\/research\/ian-stevenson.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ian Stevenson<\/a> wissen wir, dass sich Kinder im fr\u00fchen Alter mit h\u00f6herer Wahrscheinlichkeit an fr\u00fchere Leben erinnern, und das ist auch das Alter, in dem sich der Kern der Geschlechtsidentit\u00e4t formt.<\/p>\n<p>Es gibt eine gro\u00dfe Bandbreite an Kombinationen von biologischem Geschlecht, Geschlechtsidentit\u00e4t und sexueller Orientierung, die Menschen haben k\u00f6nnen. Viele Transsexuelle und queere Menschen haben versucht, ihr Leben an den sozialen Normen auszurichten, und haben ihre Geschlechtsrolle entsprechend ihrer k\u00f6rperlichen Merkmale eingenommen, bevor sie ihr \u201eComing out\u201c hatten. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=lrYx7HaUlMY&amp;feature=youtu.be\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Viele waren verheiratet und hatten Kinder, ehe sie sich zu einer Geschlechtsumwandlung entschieden<\/a> oder sich als \u201equeer\u201c zu erkennen gaben. Manche tun das nie und bleiben in der ihnen zugeschriebenen Geschlechtsrolle. Das Konzept des Dualismus der Geschlechter vereinfacht die Wirklichkeit viel zu stark.<\/p>\n<p>Ich denke nicht, dass sich heute mehr Menschen als fr\u00fcher in der zugewiesenen Geschlechtsrolle unwohl f\u00fchlen; aber in unserer modernen Gesellschaft sind wir uns dessen st\u00e4rker bewusst und bringen mehr Verst\u00e4ndnis und Akzeptanz auf. Viele Menschen beginnen, den Wert solcher Geschlechtsrollen in Frage zu stellen, in einer Welt, die sich stets ver\u00e4ndert und in der es nicht mehr so stark um das unmittelbare \u00dcberleben geht und wir stattdessen andere Aufgaben zu bew\u00e4ltigen haben. Am Ende sind wir doch einfach alle Menschen.<\/p>\n<h2>Geschlechterrollen im Buddhismus<\/h2>\n<p>Religionen haben bei der Sozialisierung von Individuen zu den ihnen zugeschriebenen Geschlechterrollen einen wichtigen Anteil. Der Buddhismus stellt hier keine Ausnahme dar, aber wir sollten unterscheiden zwischen dem, was der Buddha gelehrt hat, und buddhistischen Kulturen, die sich auf der Basis von Unterschieden in der Geographie und in der Interpretation der Lehren seit der Zeit des Buddha herausgebildet haben.<\/p>\n<p>Um den buddhistischen Standpunkt zu verstehen, m\u00fcssen wir in der Geschichte zur\u00fcckgehen. Wie Ayya Sujato in seinem <a href=\"https:\/\/discourse.suttacentral.net\/t\/the-politics-of-the-buddha-s-genitals\/4876?u=vimala\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel \u00fcber die Geschlechtsteile des Buddha<\/a> aufgezeigt hat, scheint der Buddha selbst eher nicht-bin\u00e4r gewesen zu sein: Er hat die Idee eines Geschlechts hinter sich gelassen. Aber wie war das in dieser Zeit generell? Die Gesellschaft war ganz anders als unsere, und alles, was wir dar\u00fcber wissen, ist \u00fcber die Hintergrundgeschichten in den Suttas und im Vinaya zu uns gelangt. Diese sagen uns, dass sich die damalige Gesellschaft in Bezug auf soziale Beziehungen vom heutigen Indien gar nicht so sehr unterschied. Auf jeden Fall war es sehr wahrscheinlich eine heterosexuell-patriarchal organisierte Gesellschaft, in der erzwungene Heirat die Regel war.<\/p>\n<p>In dieser Gesellschaft hatte der Buddha zu lehren. Auch wenn er sich selbst anders f\u00fchlte, hat er die bestehenden Strukturen in der Gesellschaft nicht direkt in Frage gestellt, sondern er lehrte die Menschen, nachzudenken und nach innen zu schauen. Er lehrte auf sehr subtile Art; er dozierte nie, sondern leitete die Menschen an, in sich selbst Antworten zu finden. Und was er lehrte war, zu allen Wesen mitf\u00fchlend zu sein, unabh\u00e4ngig von Kaste oder Geschlecht.<\/p>\n<p>Er macht in seinen Lehren sehr klar, dass solche Unterschiede zwischen Menschen keine Rolle spielen:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eNicht am Halse oder an den Schultern; nicht am Bauch und nicht am R\u00fccken;<br \/>\nNicht am Ges\u00e4\u00df, nicht an der Brust, nicht des Geschlechts;<\/p>\n<p>Nicht an H\u00e4nden oder F\u00fc\u00dfen; nicht an Fingern oder N\u00e4geln;<br \/>\nNicht an Ober-, Unterschenkeln; nicht an Farbe oder Stimme,<br \/>\nNicht gibt es hier, da\u00df, wie bei andern Arten,<br \/>\ndurch die Geburt bestimmt ist ihre Sonderform.<\/p>\n<p>Bei Menschen, gleich an K\u00f6rperbau, da findet sich Besonderes nicht.<br \/>\nDie Unterscheidung unter Menschen, dem Zwecke der Benennung dient sie nur.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/suttacentral.net\/snp3.9\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Suttanip\u0101ta 3.9<\/a><\/p><\/blockquote>\n<h2>Die Lehren<\/h2>\n<p>Man kann die Lehren von verschiedenen Seiten betrachten. Eine M\u00f6glichkeit, die ich sehr hilfreich finde, ist die Lehre \u00fcber die f\u00fcnf Khandas: Form, Gef\u00fchl, Wahrnehmung, Entscheidungen und Bewusstsein. Wenn er die f\u00fcnf Khandas erkl\u00e4rt, leitet der Buddha dazu an, sie als anicca (unbest\u00e4ndig), dukkha (mit Leiden behaftet) und anatta (nicht-Selbst) zu betrachten. Er sagt nicht, es gebe kein Selbst, aber er sagt, wenn wir uns mit einem Selbst identifizieren, dann identifizieren wir uns mit diesen f\u00fcnf Khandas; wenn wir sie der Wirklichkeit gem\u00e4\u00df sehen, dann erscheinen sie nicht als ein \u201eSelbst\u201c, als etwas, an dem man anhaften kann.<\/p>\n<p>Sein Ansatz besteht darin, uns zum Nachforschen anzuregen. Wie kann man diese Dinge erkennen? Gehen wir jeden Aspekt unserer Erfahrung durch und schauen, ob er dauerhaft oder verg\u00e4nglich ist. \u201eDukkha\u201c ist ein wenig subtiler und manchmal verwirrend, denn der Begriff \u201edukkha\u201c wird hier als ein Merkmal der f\u00fcnf Khandas verwendet und nicht im gleichen Sinn wie das Gef\u00fchl \u201edukkha\u201c, das zum zweiten Khanda geh\u00f6rt. Hier ist eher gemeint, dass man die Unvollkommenheit in den Dingen sieht, dass man erkennt, dass sie uns keine anhaltende Befriedigung verschaffen k\u00f6nnen. Anatta hei\u00dft zu sehen, dass wir diese Erfahrungen nicht unter Kontrolle haben und sie daher kein Selbst sind.<\/p>\n<p>Einer der wichtigsten Punkte bei den f\u00fcnf Khandas ist nicht so sehr die Definition eines jeden von ihnen, sondern die Wechselbeziehung zwischen den ersten vier (Form, Gef\u00fchl, Wahrnehmung, Entscheidungen) und dem f\u00fcnften (Bewusstsein). Das Zusammenspiel, die Reaktionsfreudigkeit und die Resonanz zwischen dem inneren subjektiven Gewahrsein und dem empfindenden K\u00f6rper, zwischen dem inneren Gef\u00fchl des Gewahrseins und den \u00e4u\u00dferen Zeichen. Wir sehen nicht einfach Gegenst\u00e4nde als anicca, dukkha und anatta, sondern die ganze Natur und Struktur dieser Interaktion besteht im Ineinandergreifen und Herumwirbeln, in st\u00e4ndiger Ver\u00e4nderung. Tiefe Einsicht hei\u00dft nicht, dass man etwas \u00fcber die \u00e4u\u00dferen Objekte erkennt, sondern dar\u00fcber, wie der Geist mit diesen Objekten verstrickt ist.<\/p>\n<p>In Bezug auf die Geschlechterrollen kann man sehen, dass unsere Geschlechtsidentit\u00e4t eine Wahrnehmung ist. Ob wir uns als Mann oder als Frau sehen oder als etwas anderes, wir haben alle diese Wahrnehmung. Wir haben auch eine Vorstellung dar\u00fcber, wie andere Menschen uns sehen, und hier kommt die uns zugewiesene Geschlechtsrolle ins Spiel. Diese Geschlechtsrolle ist ein sozial konditioniertes Ph\u00e4nomen, aber sie hat auch eine innere Seite, n\u00e4mlich wie wir das in Bezug auf uns selbst wahrnehmen; das Zusammenspiel zwischen dem Inneren und dem \u00c4u\u00dferen. Wir haben nicht die Kontrolle dar\u00fcber, wie diese Dinge sind, und wir k\u00f6nnen nicht mit dem Willen eine andere Geschlechtsidentit\u00e4t annehmen. Es ist anatta. Es ist, wie es ist, und wir k\u00f6nnen das nicht \u00e4ndern. Unsere Geschlechtsidentit\u00e4t unterliegt nicht einer Entscheidung.<\/p>\n<p>Aber wenn wir das betrachten, verschiebt sich Sa\u00f1\u00f1a (Wahrnehmung) zu Pa\u00f1\u00f1a (Weisheit). Durch das Beobachten l\u00f6sen sich unsere Verunreinigungen langsam auf, und wir beginnen, die Dinge in einem anderen Licht zu sehen. Die inneren Qualit\u00e4ten des Geistes ver\u00e4ndern sich, w\u00e4hrend die Weisheit anw\u00e4chst. Auf diese Art k\u00f6nnen wir davon loslassen, nachzudenken, wie wir nach einem wahrgenommenen \u00e4u\u00dferen sozialen Standard \u201esein sollten\u201c, und lernen, uns mit unserem Geschlecht so zu akzeptieren wie wir sind und dabei gleichzeitig im Sinn zu behalten, dass es anatta ist. Auf diese Art ver\u00e4ndern wir unsere Beziehung zur \u00e4u\u00dferen Welt und unsere Wahrnehmung von uns und anderen.<\/p>\n<h2>Der Vinaya<\/h2>\n<p>Wie man in dem <a href=\"https:\/\/discourse.suttacentral.net\/t\/bhikkhuni-short-film\/9546\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">kurzen Video<\/a> sehen kann, das <a href=\"https:\/\/discourse.suttacentral.net\/u\/adan\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">@Adan<\/a> hier eingestellt hat, wird gegen die Ordination Transsexueller heute das gleiche Argument vorgebracht, das zuvor bei Bhikkhunis benutzt wurde: Man kann meditieren und sich entwickeln, ohne ordiniert zu sein, man soll die Situation akzeptieren wie sie ist und damit zufrieden sein. Dieses Argument wird h\u00e4ufig von Buddhisten benutzt, wobei die Prinzipien der Zufriedenheit, des Gleichmuts und des Loslassens bem\u00fcht werden. Aber das hei\u00dft, die Lehren von der falschen Seite anzupacken. Der Wunsch, ordiniert zu werden, ist ein heilsamer Wunsch, der mit dem Dhamma im Einklang steht, und der Buddha w\u00fcrde ihn loben. Der Buddha selbst war immer mitf\u00fchlend zu allen Wesen, und wenn jemandem die Ordination verweigert wurde, war es niemals wegen der Geschlechtsidentit\u00e4t oder der sexuellen Orientierung.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen uns anschauen, wie Menschen mit einem anderen Geschlecht im Vinaya bezeichnet wurden. Es gibt verschiedene Ausdr\u00fccke, die daf\u00fcr verwendet werden konnten, oder die im Allgemeinen so \u00fcbersetzt werden, und sie alle kommen nur in den Khandakas des Vinaya Pitaka vor, genauer gesagt, nur im Bhikkhunikhandaka (oder als Schimpfwort in <a href=\"https:\/\/suttacentral.net\/pli-tv-bu-vb-ss3\/pli\/ms\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bhikkhu Sa\u1e45gh\u0101disesa 3<\/a>). Bhikkhu <a href=\"https:\/\/discourse.suttacentral.net\/u\/sujato\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">@Sujato<\/a> (2007) stellt die Behauptung auf, dass der Bhikkhunikhandaka ebenso wie andere Teile des Vinaya sp\u00e4ter eingef\u00fcgt wurde, m\u00f6glicherweise zur Zeit des zweiten Konzils.<\/p>\n<p>Es werden in diesem Zusammenhang mehrere Arten von Personen genannt: Vepurisik\u0101, Sambhinna, Ubhatovya\u00f1janaka und Pa\u1e47\u1e0daka.<\/p>\n<p>Alle diese Begriffe werden in Verbindung mit der Ordination erw\u00e4hnt: Menschen mit diesen Merkmalen d\u00fcrfen nicht ordiniert werden, jedenfalls nicht als Bhikkhuni. In den fr\u00fchen buddhistischen Suttas kommen die ersten drei Begriffe nirgends vor, lediglich das Wort Pa\u1e47\u1e0daka findet sich in einigen Passagen des Anguttara Nikaya, die keine Parallelen in anderen fr\u00fchen Texten haben. Es ist nicht sehr klar, was genau diese Begriffe beschreiben, obwohl die konservativeren Stimmen im Sangha sie als Bezeichnungen f\u00fcr alle diejenigen deuten, die nicht den etablierten Geschlechtsnormen entsprechen. Ich denke allerdings, dass es falsch ist, die konservativste Lesart der Texte anzunehmen, wenn wir \u00fcber die tats\u00e4chliche Bedeutung dieser Begriffe so wenig wissen.<\/p>\n<p>Der Begriff Pa\u1e47\u1e0daka wurde in <a href=\"https:\/\/discourse.suttacentral.net\/t\/what-is-the-legal-thing-to-do-here-about-transgender-going-forth\/7883\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">diesem Thread<\/a> und auch in dem <a href=\"https:\/\/discourse.suttacentral.net\/t\/becoming-jivaka-the-story-of-the-first-transgender-monk\/9579\/14\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Essay von @Bernat Font<\/a> eingehender diskutiert. Es scheint, dass ein Pa\u1e47\u1e0daka kein Mensch mit einer bestimmten Geschlechtsrolle oder sexuellen Orientierung ist, sondern dass der Begriff eher eine Person beschreibt, die ein ausgepr\u00e4gtes woll\u00fcstiges Verhalten zeigt, was nat\u00fcrlich im Sangha unangemessen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig davon, wie man den Vinaya interpretiert, wird durch die Anatta-Lehre selbst ja eine Identit\u00e4t oder ein dauerhaftes Etwas im Kern eines Lebewesens zur\u00fcckgewiesen, und das macht die Geschlechtsunterschiede auf der tiefsten Ebene lediglich zu oberfl\u00e4chlichen Faktoren, wie auch Rasse, Volkszugeh\u00f6rigkeit, Aussehen oder sozialen Status. Daher widerspricht es dem Dhamma, jemandem deswegen die Ordination zu verweigern.<\/p>\n<p>Die Lehren des Buddha sind in der heutigen Welt genauso anwendbar wie vor 2500 Jahren, aber wir d\u00fcrfen nicht vergessen, dass die Umst\u00e4nde, unter denen wir mit diesen Lehren umzugehen haben, sich sehr ver\u00e4ndert haben. Es ist kein Buddha da, der uns sagen k\u00f6nnte, was wir zu tun haben, aber wenn wir versuchen, in seine Fu\u00dfstapfen zu treten, und liebevoll und wohlwollend zu allen Wesen sind, k\u00f6nnen wir nicht sehr falsch liegen.<\/p>\n<h2>Bhikkhu oder Bhikkhun\u012b?<\/h2>\n<p>Das oben Gesagte beantwortet allerdings nicht die Frage: Wenn Ordination f\u00fcr Transsexuelle erlaubt ist \u2026 wie sollten sie ordiniert werden?<\/p>\n<p>Zweifelsohne wird dies f\u00fcr die kommenden Jahre noch ein vieldiskutiertes Thema sein, da nicht alle transsexuellen Menschen operiert sind (d. h. sie haben, zumindest teilweise, noch den K\u00f6rper des anderen Geschlechts). Es ist sehr gut m\u00f6glich, dass jemand mit m\u00e4nnlichen Genitalien sich als Frau identifiziert und umgekehrt. \u00dcberdies gibt es viele Menschen, die sich mit keinem Geschlecht streng identifizieren: sie sind nicht-bin\u00e4r.<\/p>\n<p>Anderson (2016a) weist darauf hin, dass M\u00f6nche und Nonnen die \u00fcblichen Kennzeichen f\u00fcr die Unterschiede in Geschlecht und Geschlechtsrollen aufgeben, wenn sie Roben anlegen und ihren Kopf rasieren. Dar\u00fcber hinaus leben sie im Z\u00f6libat, das hei\u00dft die Geschlechtsorgane werden nicht f\u00fcr die von der Natur vorgesehene Funktion benutzt. Es w\u00e4re daher unsinnig, wenn eine transsexuelle Person, die keine vollst\u00e4ndige operative Geschlechtsumwandlung hatte, sich einer solchen unterziehen m\u00fcsste, um einen K\u00f6rperteil herzustellen, der f\u00fcr die Praxis in buddhistischen Kl\u00f6stern keine Rolle spielt.<\/p>\n<p>Die Auseinandersetzung dreht sich um die Erl\u00e4uterung einer Vinayapassage in P\u0101r\u0101jika 1 (ins Englische \u00fcbersetzt von Ajahn <a href=\"https:\/\/discourse.suttacentral.net\/u\/brahmali\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">@Brahmali<\/a>):<\/p>\n<blockquote><p>Zu einer Zeit erschienen die Merkmale einer Frau an einem M\u00f6nch. Sie sagten es dem Meister. Er sagte: \u201eM\u00f6nche, ich erlaube, dass genau dieser Sch\u00fclerstatus, genau diese Ordination, diese Jahre als M\u00f6nch, zu den Nonnen mitgenommen werden. Die Vergehen der M\u00f6nche, die f\u00fcr die Nonnen gleicherma\u00dfen gelten, sollen bei den Nonnen gekl\u00e4rt werden. F\u00fcr die Vergehen der M\u00f6nche, die nicht f\u00fcr die Nonnen gelten, liegt kein Vergehen vor.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Dann folgt die Passage entsprechend f\u00fcr eine Nonne.<\/p>\n<p>Das Auftauchen dieser Passage in P\u0101r\u0101jika 1 ist etwas sonderbar. Bei dieser Regel geht es um Geschlechtsverkehr, und ein Wechsel der Geschlechtsmerkmale hat damit wenig zu tun. Es kann sein, dass die Stelle sp\u00e4ter eingef\u00fcgt wurde.<\/p>\n<p>Carol Anderson (2016) weist darauf hin, dass im Abhidhamma Wiedergeburt als Mann als Ergebnis guten Kammas und Wiedergeburt als Frau als Ergebnis schlechten Kammas (Ehebruch) betrachtet wird und dass das einen gewissen Einfluss auf das Auftauchen dieser Passage in P\u0101r\u0101jika 1 haben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Es ist unklar, was genau die \u201eMerkmale einer Frau \/ eines Mannes\u201c sein sollen. Das entscheidende Wort hier ist <em>li\u1e45ga<\/em>, was Zeichen oder Merkmale bedeutet. Es kann sich auf k\u00f6rperliche Merkmale beziehen, muss aber nicht. Die Ausdr\u00fccke f\u00fcr \u201eMerkmale einer Frau\u201c und \u201eMerkmale eines Mannes\u201c sind <em>itthili\u1e45ga\u1e43<\/em> und <em>purisali\u1e45ga\u1e43<\/em>. Sie kommen im Kanon nur 5 mal vor, und zwar in sp\u00e4teren Texten wie dem Abhidhamma und dem Milindapa\u00f1ha. Auch in den fr\u00fchen Suttas tauchen sie einmal auf, n\u00e4mlich in Digha Nik\u0101ya 27, wo die Evolution beschrieben wird. Im letzteren Fall scheint es, dass <em>li\u1e45ga<\/em> sich tats\u00e4chlich auf das biologische Geschlecht bezieht.<\/p>\n<p>Im \u00e4ltesten Kommentar zum Vinaya-Pi\u1e6daka, dem <em>Samantap\u0101s\u0101dik\u0101<\/em>, wird der Wechsel des <em>li\u1e45ga<\/em> als pl\u00f6tzlich mitten in der Nacht auftretend beschrieben; man geht als Mann zu Bett und wacht als Frau auf. Das erscheint nat\u00fcrlich \u00e4u\u00dferst unwahrscheinlich, aber es k\u00f6nnte seine Wurzeln in der Vorstellung haben, dass der Schlaf ein unsicherer Zustand ist, in dem man die Kontrolle verliert, was dann zu besch\u00e4menden Situationen f\u00fchren kann (Heirman, 2012). Der Kommentar schreibt einen solchen Wechsel auch gutem oder schlechtem Kamma zu.<\/p>\n<p>Scherer (2006) et al. verstehen den Begriff <em>li\u1e45ga<\/em> als einen Verweis auf \u201asekund\u00e4re Geschlechtsorgane\u2018 oder Merkmale des Geschlechtsunterschieds, die auch Unterschiede im Verhalten mit einschlie\u00dfen, so dass der Begriff sowohl f\u00fcr das biologische Geschlecht als auch f\u00fcr die Geschlechtsidentit\u00e4t wie wir sie heute definieren verwendet werden kann. Sie gr\u00fcnden diese Schlussfolgerung auf die Arbeiten Buddhaghosas, eines sp\u00e4teren Kommentators. Allerdings unterscheidet sich die Idee des sozialen Geschlechts, wie wir sie heute haben, ganz sicher von den Vorstellungen zur Zeit des Buddha. Um ein klareres Bild zu bekommen, ist weitere Forschung auf diesem Gebiet und auch in den entsprechenden Parallelen anderer Schulen vonn\u00f6ten.<\/p>\n<p>In jedem Fall scheint es um die tats\u00e4chliche Bedeutung des Begriffs <em>li\u1e45ga<\/em> viel Unsicherheit zu geben. In der sp\u00e4teren Kommentarliteratur gibt es verschiedene Erkl\u00e4rungsversuche, aber diese weichen sehr stark voneinander ab. Das Problem hat Auswirkungen auf den Ablauf der Ordination, bei der man gefragt wird, ob man ein <em>purisa<\/em> (Mann) ist oder eine <em>itthi<\/em> (Frau). Aus der Passage in P\u0101r\u0101jika 1 w\u00fcrde folgen, dass man, um ein Mann oder eine Frau im Sinne der Ordination zu sein, die <em>li\u1e45ga<\/em> eines Mannes oder einer Frau haben muss.<\/p>\n<p>Mein Gef\u00fchl ist, dass man am sichersten f\u00e4hrt, wenn man sich wieder die Lehren anschaut und den Weg des gr\u00f6\u00dften Mitgef\u00fchls w\u00e4hlt. Die Stelle in P\u0101r\u0101jika 1 gibt einen Hinweis darauf, was der Buddha tun w\u00fcrde: <strong><em>Die Person, deren Geschlecht sich umwandelt, sollte gem\u00e4\u00df dem Vinaya praktizieren, der zu ihr am besten passt, um die bestm\u00f6glichen Bedingungen f\u00fcr das Ausrotten der Verunreinigungen und die Praxis der Lehre zu haben.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ich denke daher, dass im Licht der Lehren die Ordination sich auf die Geschlechtsidentit\u00e4t und nicht auf das biologische Geschlecht st\u00fctzen sollte. Der Vinaya des Buddha ist eine Richtschnur f\u00fcr unsere Praxis und ist dazu gedacht, uns bei der \u00dcberwindung der Verunreinigungen zu helfen. Eine Trans-Frau wird, wegen ihrer Geschlechtsidentit\u00e4t als Frau, mehr vom Training f\u00fcr Bhikkhunis profitieren und umgekehrt. Es liegt daher bei jedem Menschen selbst, herauszufinden, wo er das Training erhalten kann, das am besten zu ihm passt, in Absprache mit der Gemeinschaft des Klosters, wo er \/ sie \u00fcben m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Wie Ajahn Brahm sagte:<\/p>\n<blockquote><p>Als Buddhisten, die das Ideal bedingungsloser Liebe und bedingungslosen Respekts pflegen, die Menschen nach ihrem Verhalten beurteilen und nicht nach ihrer Geburt, sollten wir gut aufgestellt sein, um eine F\u00fchrungsposition einzunehmen, wenn es darum geht, die Gleichstellung der Geschlechter in der modernen Welt voranzubringen und damit das Leiden der H\u00e4lfte der Weltbev\u00f6lkerung zu verringern. Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssen wir diese Probleme direkt angehen, wenn der Buddhismus weiterhin relevant sein und wachsen soll. Aber wie sollen wir \u00fcber Gleichstellung der Geschlechter reden, wenn einige unserer eigenen Organisationen im Theravada-Buddhismus in dieser Hinsicht voreingenommen sind?<\/p><\/blockquote>\n<p>In diesem Artikel erhebe ich keinen Anspruch auf Vollst\u00e4ndigkeit, sondern versuche, einen \u00dcberblick \u00fcber die Probleme zu schaffen und eine Grundlage f\u00fcr Diskussion und weitere Forschung auf diesem Gebiet zu legen. Mittlerweile liegen recht umfassende Forschungen zu Bhikkhunis und der M\u00f6glichkeit der Bhikkhuni-Ordnation vor, und es ist Zeit, dass wir anfangen, uns anderen Minderheiten zuzuwenden, die nicht immer im Sangha akzeptiert werden.<\/p>\n<h4>Literatur:<\/h4>\n<p>Anderson, C. (2016). Changing Sex in Pali Buddhist Monastic Literature. Researchgate.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/publication\/313629904_Changing_Sex_in_Pali_Buddhist_Monastic_Literature\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.researchgate.net\/publication\/313629904_Changing_Sex_in_Pali_Buddhist_Monastic_Literature<\/a><\/p>\n<p>Anderson, C. (2016a). \u2018Defining Women\u2019s Bodies in Indian Buddhist Literature\u2019 In: Barbara A. Holdrege and Karen Pechilis (eds) Re-figuring the Body: Embodiment in South Asian Religions. Albany, NY: State University of New York Press<\/p>\n<p>Begley, S. (2009, 29. Juli). Don\u2019t blame the caveman. Newsweek 52\u201362.<\/p>\n<p>Buller, D. J. (2006). Adapting minds: Evolutionary psychology and the persistent quest for human nature. Cambridge, MA: MIT Press.<\/p>\n<p>Heirman, Ann 2012. \u2018Sleep Well! Sleeping Practices in Buddhist Disciplinary Rules\u2019 Acta Orientalia Academiae Scientiarum Hungaricae 65(4), pp. 427\u2013444.<\/p>\n<p>Hurley, S. (2007). Sex and the social construction of gender: Can feminism and evolutionary psychology be reconciled? In J. Browne (Ed.), The future of gender (pp. 98\u2013115). New York, NY: Cambridge University Press.<\/p>\n<p>Lindsey, L. L. (2011). Gender roles: A sociological perspective (5th ed.). Upper Saddle River, NJ: Prentice Hall.<\/p>\n<p>Mead, M. (1935). Sex and temperament in three primitive societies. New York, NY: William Morrow.<\/p>\n<p>Morgan, S. (Ed.). (1989). Gender and anthropology: Critical reviews for research and teaching. Washington, DC: American Anthropological Association.<\/p>\n<p>Murdock, G. (1937). Comparative data on the division of labor by sex. Social Forces, 15, 551\u2013553.<\/p>\n<p>Salt D, Brain Z (June 2007). \u201cIntersex: Case studies\u201d. Cosmos (15). Archived from the original on 2009-02-14.<\/p>\n<p>Scherer, Burkhard (2006). \u2018Gender Transformed and Meta-gendered Enlightenment: Reading Buddhist Narratives as Paradigms of Inclusiveness\u2019 Revista de Estudos da Religi\u00e3o \u2013 REVER 6(3), pp. 65\u201376.<\/p>\n<p>Sirimanne, Chand R. (2016). Buddhism and Women-The Dhamma Has No Gender. Journal of International Women\u2019s Studies.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/vc.bridgew.edu\/cgi\/viewcontent.cgi?article=1923&amp;context=jiws\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/vc.bridgew.edu\/cgi\/viewcontent.cgi?article=1923&amp;context=jiws<\/a><\/p>\n<p>Sujato Bhikkhu, (2007). Bhikkhuni Vinaya Studies. Santipada.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/santifm.org\/santipada\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Bhikkhuni_Vinaya_Studies_Bhikkhu_Sujato.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/santifm.org\/santipada\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Bhikkhuni_Vinaya_Studies_Bhikkhu_Sujato.pdf<\/a><\/p>\n<p>Workman, L., &amp; Reader, W. (2009). Evolutionary psychology (2nd ed.). New York, NY: Cambridge University Press.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Originalartikel von Ayya Vimala, deutsch von Anagarika Sabbamitta) Heute Morgen setze ich mich mit meiner Tasse Tee hin und schlage die Zeitung auf. Normalerweise lese ich keine Zeitungen, aber eine Schlagzeile hat meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen: \u201eSind Sie bereit&#8230;<br \/><a class=\"read-more-button\" href=\"https:\/\/www.samita.be\/de\/2018\/07\/09\/changing-genders-changing-buddhists\/\">Mehr Lesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-4251","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.samita.be\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4251","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.samita.be\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.samita.be\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.samita.be\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.samita.be\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4251"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.samita.be\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4251\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4256,"href":"https:\/\/www.samita.be\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4251\/revisions\/4256"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.samita.be\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4251"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.samita.be\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4251"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.samita.be\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4251"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}